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Schulprogramm zum download erhalten Sie auch hier:) |
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Inhalt
Präambel
1.
Die christliche Soziallehre als
Orientierungsrahmen unserer Schule
2.
Die
Erziehung des Menschen zu verantwortlichem wirtschaftlichen Handeln
3.
Die
Bildungsgänge
4.
Die
Unterrichtsfächer
5.
Fördermaßnahmen
6.
Der
fächerübergreifende Unterricht
7.
Schulseelsorge
8.
Elemente unserer Schulgemeinschaft
9.
Berufs- und
Studienorientierung
10.
Die
SV als Ansprechpartner
11.
Die
Mitwirkung der Eltern
12. Initiativgruppe
13.
Evaluation
14.
Selbstevaluation
Präambel
Wir sind eine christlich orientierte Schule in Trägerschaft des Bistums Münster, die kaufmännische Grundkenntnisse vermittelt und zur Fachoberschulreife, zur Fachhochschulreife und zur Allgemeinen Hochschulreife führt.
Die überschaubare Größe unserer Schule fördert eine persönliche Atmosphäre. Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Für die Schwächeren und Benachteiligten in unserer Gesellschaft fühlen wir uns in besonderer Weise verantwortlich.
Ziel unserer schulischen Arbeit ist es, dass christliche Wertvorstellungen in den Unterricht eingebettet und von den Schülerinnen und Schülern als für ihr Leben wichtig erkannt werden
Dieses übergeordnete Ziel verpflichtet uns, die christliche Soziallehre als Fundament des Unterrichts zu begreifen. Unser Glaube trägt unser mitmenschliches und pädagogisches Handeln.
Eine „Lebendige Schulgemeinschaft“, „Vernetztes und ganzheitliches Lehren und Lernen“ und „Sich verantwortlich fühlen und handeln“ sind wichtige Elemente unserer schulischen Arbeit.
Auf dieser Grundlage sollen fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen vermittelt werden.
oben
1.
Die christliche Soziallehre als
Orientierungsrahmen unserer Schule
Das
System der sozialen Marktwirtschaft wollen wir als ein der christlichen
Soziallehre nahestehendes Konzept vermitteln. Personalität und
Solidarität spiegeln sich in der sozialen Marktwirtschaft wider. Die
Marktwirtschaft lebt von egoistischen, im größtmöglichen Freiraum
stattfindenden Entscheidungen der einzelnen Person. Andere Personen
dürfen jedoch in ihren berechtigten Freiheiten nicht eingeschränkt
werden. Es ist daher eine besondere Aufgabe der Erziehung an unserer
Schule, dem entscheidenden Individuum eine moralisch-ethische Orientierung mitzugeben.
Nach
unserem christlichen Verständnis hat jede Person eine unverletzliche
Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, die in ihrer Würde
begründet ist und ihr von Gott verliehen wurde. Die Möglichkeiten des
einzelnen Menschen, seine Probleme in der komplizierten Welt alleine zu
lösen, sind jedoch begrenzt. Hier ist Solidarität in der Gesellschaft
und - für uns besonders - in der Schule gefragt. Die Bereitschaft zu
fördern, dem Schwachen zu geben, und ebenso die Erkenntnis, als Schwacher
nehmen zu können, sind Ziele der Erziehung zu Solidarität an unserer
Schule.
Der
Lernende soll die Fähigkeit erwerben, Anforderungen der Arbeitswelt
fachlich kompetent zu bewältigen und seine subjektive Identität auch
unter dem Druck objektiver Leistungsansprüche zu wahren. Nicht die
Verwirklichung egoistischer Ziele steht im Vordergrund, vielmehr sollen
die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung des Gemeinwohls als Prinzip gesellschaftlicher Entwicklung erkennen. Soziale Gerechtigkeit, Eigenverantwortung,
Frieden, Sicherheit und Freiheit sollen als tragende Werte akzeptiert und
bei der Unterrichtsplanung und -gestaltung berücksichtigt werden.
So
können wir drei Schwerpunkte formulieren, die wir vermitteln wollen:
1.
Ökonomische Sachverhalte wollen wir nicht wertfrei betrachten.
Ökonomischem Denken werden durch das Christentum Grenzen gesetzt.
2.
Wir wollen Schülerinnen und Schüler erziehen, die Zielkonflikte zwischen
ökonomischer Rationalität und christlichem Denken erkennen, bewerten und
für sich entscheiden können.
3.
Jede Schülerin und jeder Schüler soll an unserer Schule die Chance haben
zu erkennen, dass jegliches
Planen, Entscheiden und Handeln nicht wertfrei geschieht und dass man sich
moralisch verantworten muss.
oben
2.
Die Erziehung des Menschen zu
verantwortlichem wirtschaftlichen Handeln
Unbestritten beeinflusst wirtschaftliches Geschehen das Leben jedes
einzelnen Bürgers in unserer Gesellschaft in außerordentlichem Maße. Eine
kaufmännische Schule, die Bildung im Sinne einer ganzheitlichen Förderung
des Menschen mit dem Ziel der Emanzipation beabsichtigt, muss den
Schülerinnen und Schülern Grundkenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge
vermitteln. Nur so kann es gelingen, als mündiger Bürger mit einem
gewissen Maß an Sachkompetenz, Kritikfähigkeit und
Verantwortungsbewusstsein ökonomische Entscheidungen im privaten
Lebensbereich, im Unternehmen und in der Gesellschaft treffen, beurteilen
und auch kontrollieren zu können. Zu diesem Erziehungsziel will unsere
Schule einen eigenständigen und qualifizierten Beitrag leisten.
Das
Lebens- und Arbeitsfeld "Wirtschaft" war in den vergangenen
Jahren starken Veränderungen ausgesetzt. Globalisierung der Märkte,
wirtschaftlicher Strukturwandel, neue Kommunikations- und
Informationstechniken und ein Wertewandel mit einem sich verschärfenden
Konflikt zwischen Wirtschaft und Umwelt stellen neue Anforderungen an die
Berufs- und Arbeitswelt. Diesen Veränderungen muss sich eine
berufsqualifizierende und studienvorbereitende kaufmännische Schule
stellen. Ein zeitgemäßer Unterricht hat demzufolge neben dem
wirtschaftlichen Grund- und Spezialwissen so genannte
Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. Dies sind Kenntnisse und
Fertigkeiten, die über ein spezielles Berufswissen hinausgehen wie
z. B. die Entwicklung der Fähigkeit zur Problemanalyse und
-bewältigung, Teamfähigkeit, lebenslange Lernbereitschaft,
Sozialkompetenz und Mitverantwortung.
Der
Vielschichtigkeit wirtschaftlicher Probleme wird durch einen
entscheidungsorientierten didaktischen Ansatz Rechnung getragen, der
gleichzeitig situationsbezogen ist und die Exemplarität der
Unterrichtsinhalte berücksichtigt. Wirtschaftliche Konflikte (z. B.
Rationalisierung, Mitbestimmung in Unternehmen u. a.) werden nicht
isoliert betrachtet, sondern unter betriebswirtschaftlichen,
volkswirtschaftlichen, rechtlichen, sozialen und ethischen Aspekten
thematisiert. Somit wird an wichtigen “Schnittstellen”
wirtschaftlicher Zusammenhänge ein fächerübergreifender Unterricht
angestrebt. Projekte, Lernaufgaben, Unternehmensplanspiele sind
schüleraktivierende Sozial- und Aktionsformen, die diese Art des Lernens
unterstützen.
Besonderen Wert legen wir
auf die Stärkung der Bereitschaft, sich miteinander zu verständigen, mit
anderen zusammenzuarbeiten und sich mit den christlichen Werten und
Wertsystemen allgemein auseinander zu setzen. Urteilen und entscheiden zu
können in christlicher Verantwortung ist ein Ziel aller Bildungsgänge
unseres Berufskollegs.
oben
3.
Die Bildungsgänge
Diese
grundsätzlichen Ziele wollen wir am Berufskolleg St. Michael in
allen drei eingerichteten Bildungsgängen anstreben.
1.
Berufsfachschule
(Handelsschule)
- Fachoberschulreife -
Der
Hauptschulabschluss ist Voraussetzung für diesen Bildungsgang. Die
Schüler und Schülerinnen erreichen am Ende der zwei Jahre die
Fachoberschulreife mit der Berechtigung zum Besuch einer Höheren
Berufsfachschule.
Wir möchten Schülerinnen und Schülern, die langfristig einen
kaufmännischen Beruf anstreben, berufsvorbereitende Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln. Besonderen Wert legen wir in
dieser Schulform auf eine allgemeine Hilfestellung zur Lebensbewältigung.
Die Unterstützung bei der Berufsfindung, das Herausfinden von besonderen
Fähigkeiten und Neigungen und die praktische Hilfe z. B. bei Bewerbungen
sind uns ein besonderes Anliegen. Wir wollen die Chancen unserer
Berufsfachschülerinnen und –schüler erhöhen, einen Ausbildungsplatz zu
finden, der ihren Neigungen entspricht. Zu diesem Zweck wird ein
einjähriges unterrichtsbegleitendes Betriebspraktikum organisiert.
2. Zweijährige
Höhere Berufsfachschule (Höhere Handelsschule)
- Fachhochschulreife, schulischer Teil -
Schülerinnen und Schüler, die die Fachoberschulreife am Ende der
Klasse 10 erreicht haben, können diese Schulform besuchen.
Formales Ziel des Bildungsganges ist die Fachhochschulreife.
Dieser Bildungsgang bereitet die Schülerinnen und Schüler auf
die berufliche Ausbildung im Berufsfeld Wirtschaft und
Verwaltung vor. Seit August 2005 bieten wir die drei
Differenzierungen „Europaklasse“ (fremdsprachlicher
Schwerpunkt), Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsgeografie an.
Eine Spezialisierung in eine bestimmte Berufsausrichtung findet
nicht statt. Diese Ausbildung erleichtert den Zugang zu allen
kaufmännischen Ausbildungsplätzen.
Neben dem betriebswirtschaftlichen Schwerpunkt stehen in der
Europaklasse die Fremdsprachen im Vordergrund. Schülerinnen
und Schüler, die sich für den Besuch der Europaklasse
entscheiden, haben die Möglichkeit, englische (TELC) und
französische Sprachdiplome (DELF) zu erwerben. Bei der
Auswahl der Unterrichtsinhalte stehen Themen zu „Europa“ im
Vordergrund. Außerdem findet im Rahmen der Europaklasse ein
Austausch mit einer dänischen Schule in Hobro statt.
Die Schwerpunktwahl im Bereich Wirtschaftsinformatik
ermöglicht einen vertieften Einblick in den Umgang mit
Datenverarbeitungsmethoden und -techniken in modernen
Verwaltungs- und Kommunikationsstrukturen. Über die
eigenständige Entwicklung von Lösungsalgorithmen hinaus steht
projektorientiertes Arbeiten in Lernteams im Vordergrund. Dieses
wird besonders durch eine mehrtägige Studienfahrt intensiv
ermöglicht.
Schülerinnen und Schüler, die sich für den Schwerpunkt
Wirtschaftsgeografie entscheiden, beschäftigen sich mit den
Zusammenhängen geografischer Strukturen und wirtschaftlicher
Entwicklungen. Strukturwandel und Zukunftsperspektiven für
ländliche, städtische und industrielle Räume finden besondere
Berücksichtigung. Intensiv setzen sich die Schülerinnen und
Schüler bei einer mehrtägigen Exkursion mit einem Thema
auseinander.
Für manche Ausbildungsberufe bzw. für das Studium an einer
Fachhochschule ist die volle Fachhochschulreife erforderlich. Um
diese zu erreichen, muss ein halbjähriges, einschlägiges (d. h.
in der kaufmännischen Verwaltung eines Unternehmens oder einer
Behörde) Praktikum durchgeführt werden. Die Dauer des
Praktikums beträgt insgesamt 26 Wochen; davon werden zwei Wochen
als Urlaubszeit angerechnet, so dass 24 Wochen Praktikumszeit
verbleiben. Von diesen 24 Wochen werden an unserer Schule 8
Wochen im Rahmen praxisorientierter Unterrichtssequenzen
abgedeckt. Die fehlenden 16 Wochen Praktikumszeit können vor,
während und/oder nach dem Besuch des Bildungsgangs abgeleistet
werden.
Die Studienqualifikation für die Fachhochschulen, die durch den
Abschluss in diesem Bildungsgang erreicht wird, erfordert eine
Wissenschaftsorientierung. Mit allen Formen des selbstständigen
Arbeitens wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler vertraut
machen. Referate, Facharbeiten, Materialsammlungen sowie
Fallorientierung, Planspiele und Lernaufgaben sind Elemente
dieser Wissenschaftsorientierung. Der Stand der jeweiligen
Wissenschaft soll Ausgangspunkt der Lerninhalte sein.
3.
Wirtschaftsgymnasium (Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften)
- Allgemeine Hochschulreife/Abitur -
Voraussetzung für den Eintritt in diesen Bildungsgang ist die
Berechtigung zum Besuch einer gymnasialen Oberstufe, formales
Ziel ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur).
Kern dieses Bildungsganges ist die wissenschaftspropädeutische
Grundbildung mit wirtschaftswissenschaftlicher Akzentuierung.
Denken und Urteilen auf der Basis soliden Wissens steht im
Zentrum unserer pädagogischer Bemühungen. Moderne Techniken der
Informationsbeschaffung sollen problembezogen erlernt werden.
Einen vorurteilsfreien Umgang mit allen Themen wollen wir
erreichen.
Als vorrangig gilt für uns, dass Unterricht und Erziehung an
christlichen Wertvorstellungen orientiert ist. Die
Abiturientinnen und Abiturienten sollen lernen, dass
Wissenschaft nicht wertfrei, sondern mit kritischer Distanz zu
betrachten ist.
Zu lernen, mit anderen zusammenzuarbeiten, sich zu verständigen
und die Bereitschaft, sich mit christlichen Werten und
Wertsystemen allgemein auseinander zu setzen, zu urteilen und
sich begründet zu entscheiden, ist auch Ziel dieses
Bildungsganges.
Die wirtschaftswissenschaftliche Schwerpunktsetzung des
Bildungsganges fördert berufliche Kenntnisse. Die Hochschulreife
wird auch über die wirtschaftswissenschaftlichen Fächer
erworben. Dies wird deutlich am Pflichtleistungsfach
Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen. Das zweite
Leistungsfach kommt aus dem allgemeinbildenden Bereich. Die
Schülerinnen und Schüler haben die Wahl zwischen Deutsch
und Mathematik. Der Bildungsgang erhebt nicht den
Anspruch, die Gesamtheit der Qualifikationen zu vermitteln, die
zur Berufsausübung notwendig sind. Es werden jedoch Teile von
Qualifikationen erworben, die im Lernfeld Wirtschaft und
Verwaltung beruflich verwertbar sind.
oben
4.
Die Unterrichtsfächer
Wirtschaftliches Denken und Handeln in der Schule konkretisiert sich in
der Vernetzung der Unterrichtsfächer in den einzelnen Bildungsgängen. Die
wirtschaftlichen Fächer leisten dazu unterschiedliche Beiträge:
Die Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen als Leitfach
unserer Schule ist eine Sozialwissenschaft, die zwei wesentliche
Zielsetzungen verfolgt:
-
als
eine Wissenschaft mit erklärender Funktion versucht sie im
Schulunterricht die wirtschaftlichen Handlungsweisen der betrieblich
tätigen Personen innerhalb eines vorgegebenen Rahmens aus Recht, Politik
und materiellen Bedingungen zu verstehen und zu begründen;
-
als
eine Wissenschaft mit gestaltendem Anspruch versucht sie den
wirtschaftlich handelnden Personen Entscheidungsmöglichkeiten aufzuzeigen
und die Handlungsalternativen möglichst zahlenmäßig zu bewerten.
Im
Unterricht finden beide Zielsetzungen bei der Erarbeitung der
betrieblichen Grundfunktionen Beschaffung, Produktion und Absatz
Beachtung. Die Betriebswirtschaftslehre ist eine interdisziplinäre
Wissenschaft. Sie verwendet Erkenntnisse und Methoden z. B. der Mathematik
und der Rechtswissenschaft. Dabei werden die neuen Informations- und
Kommunikationstechnologien medienkritisch als Hilfsmittel bei der
Entscheidungsfindung eingesetzt. Das Rechnungswesen erfasst alle
betriebswirtschaftlich bedeutsamen Informationen einer Unternehmung. Die
Auswertung dieser Informationen dient als Grundlage für unternehmerische
Entscheidungen. Deshalb verlangt ein Unterricht, der den Umgang mit
Informationen und darauf aufbauenden Entscheidungen einüben will, eine
Verknüpfung der Elemente Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen.
Diese Integration wird im Verlauf des Unterrichts zunehmend realisiert.
Spezielle Buchführungstechniken verlieren im Zuge der elektronischen
Datenverarbeitung an Bedeutung; dagegen rückt das Rechnungswesen als
Informationsinstrument und Entscheidungshilfe für betriebswirtschaftliche
Fragestellungen mehr und mehr in das Zentrum der Fachdidaktik. Alle
betrieblichen Entscheidungen finden in einem rechtlichen Rahmen von
Kaufvertragsrecht, Unternehmensrecht, Tarifvertragsrecht,
Arbeitnehmerschutzgesetzen, Mitbestimmungsmöglichkeiten usw. statt. Dabei
sollen die Schülerinnen und Schüler neben der Lösung rein rechtlicher
Probleme auch befähigt werden, sich mit den gesellschaftlichen und
politischen Bezügen rechtlicher Fragestellungen auseinander zu setzen.
Dem häufig auftretenden Konflikt zwischen dem in der
Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen im Vordergrund stehenden
Gesichtspunkt der bestmöglichen Gestaltung der einzelwirtschaftlichen
Verhältnisse und den gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich
wünschenswerten Zuständen kommt dabei unseres Erachtens besondere
Bedeutung zu. Daher werden systematisch wirtschaftsethische
Fragestellungen aufgenommen.
Im Fach Themenfeld Wirtschaftsrecht erwerben die Schülerinnen und
Schüler Fachkompetenz in Auseinandersetzung mit ausgewählten rechtlichen
Fragestellungen, wie z. B. Kaufvertragsrecht, Unternehmensformen,
Tarifvertragsrecht, Arbeitnehmerschutzgesetze, Mitbestimmungsmöglichkeiten
im Betrieb. Durch die Lösung von Rechtsfällen werden sie mit juristischen
Arbeitstechniken vertraut gemacht und lernen den kompetenten Umgang mit
der Gesetzessprache. Als Vorbereitung auf die berufliche Tätigkeit,
insbesondere im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung, bildet das Thema
“Rechtliches Handeln im Arbeits- und Wirtschaftsleben” den Schwerpunkt des
Faches. Neben der Lösung rein rechtlicher Probleme sollen die Schülerinnen
und Schüler auch befähigt werden, sich mit den gesellschaftlichen,
politischen und moralischen Bezügen rechtlicher Fragestellungen
auseinander zu setzen.
“Informationen” bzw. “Daten” als Gegenstände der Wirtschaftsinformatik
bestimmen die Inhalte dieses Faches. Zum einen stehen die Beschaffung und
Bereitstellung (betriebliche Datenerfassung, DFÜ, Internet), zum anderen
die Aufbereitung und Verwertung (Tabellenkalkulation, Datenbanken,
Programmiersprachen) als zunehmend unabdingbare Kulturtechniken im
Mittelpunkt der inhaltlichen Gestaltung. Ebenso bedeutend ist eine
inhaltliche Auseinandersetzung mit der stetig wachsenden Masse an
Informationen und deren Verarbeitung. Hierzu müssen neben analytischen
auch synthetische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden, die es
den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Informationen zu erfassen,
lösungsorientiert auszuwählen, kritisch zu hinterfragen, zu bündeln und
darzustellen.
Das
Fach Textverarbeitung soll den Schülerinnen und Schülern zu einem
sachkundigen Umgang mit Textverarbeitungssystemen verhelfen. Zunächst wird
die Vermittlung von Grundfertigkeiten, wie z. B. die Beherrschung und die
effektive Bedienung der Tastatur (mit möglichst geringer physischer und
psychischer Belastung) vorangestellt, mit dem Ziel, eine möglichst hohe
Schreibsicherheit und eine angemessene Schreibgeschwindigkeit zu
erreichen. Die Kenntnis eines für die Textverarbeitung erforderlichen
Regelwerkes (DIN-Vorschriften) ist unabdingbar. Ziel des weiterführenden
Unterrichts soll sein, ein professionelles Textverarbeitungsprogramm (z.
Z. Word) optimal für die Anforderungen eines kaufmännischen Berufes zu
nutzen. Förderung und Schulung der Ausdrucksfähigkeit in Anlehnung an das
Fach Deutsch und Betriebswirtschaftslehre finden sich in der
Textverarbeitung bei der Formulierung von kaufmännischen Briefen wieder.
Bei der Gestaltung von Schriftstücken und Vordrucken sollen die
Schülerinnen und Schüler einen Blick für ein gutes Layout unter Einbindung
von Grafiken, Bildern und selbst erstellten Formen und Zeichnungen
erhalten. Die Automatisierung des Schriftverkehrs rundet die Ausbildung in
diesem Fach ab. Persönliches Anliegen der Schülerinnen und Schüler ist in
jedem Jahr die eigene Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Im Fach
Textverarbeitung erhalten sie umfassende Kenntnisse zum Inhalt und zur
Form der Bewerbung und erfahren laufend Unterstützung bei ihren
Bewerbungsverfahren.
Das Fach Bürowirtschaft simuliert unternehmerisches Handeln in
zunächst einfachen, später komplexen Situationen eines
Großhandelsbetriebes. Außerdem werden personalwirtschaftliche Prozesse in
einer Unternehmung (Bewerbungsverfahren, Abschluss von Arbeitsverträgen,
Gehaltsabrechnungen und -buchungen, Arbeitnehmerschutzgesetze,
Betriebsverfassungsgesetz, Beendigung von Arbeitsverhältnissen)
thematisiert.
Die Volkswirtschaftslehre ist ein Teilgebiet der
Wirtschaftswissenschaften, das die wirtschaftlichen Zusammenhänge im
nationalen und zunehmend weltweiten Rahmen (Stichwort: Globalisierung)
untersucht. Aus der Analyse des Verhaltens einzelner Wirtschaftssubjekte
wie privaten Haushalten, Unternehmen, Gebietskörperschaften
(Mikroökonomie) entwickelt sie häufig so genannte Modelle, mit denen sie
das Verhalten des Gesamtsystems (Makroökonomie) zu erklären versucht. Wie
in vielen Bereichen der Sozialwissenschaften gibt es in der
Volkswirtschaftslehre unterschiedliche Lehrmeinungen, deren
Schlussfolgerungen Bedeutung für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik
haben. Neben gesellschaftlichen und individuellen Auswirkungen
wirtschaftspolitischer Entscheidungen sollen ethische Grundsätze
wirtschaftlichen Handelns erarbeitet werden. Das reine Faktenwissen wird
in der Volkswirtschaftslehre durch wirtschaftsethische Fragestellungen
erweitert.
Die Aufgabe des Mathematikunterrichts an unserer Schule besteht
nicht nur darin, die intellektuelle Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler
zu fördern, mathematische Formeln zu verstehen. Vielmehr steht das
selbstständige Lösen wirtschaftlich relevanter Problemstellungen im
Vordergrund. Die Reihenfolge der Themenkreise wird daher soweit wie
möglich mit den wirtschaftlichen Fachbereichen abgestimmt bzw.
fächerübergreifend gelöst. So entsteht nicht nur eine effiziente
Leistungsatmosphäre. Es werden zugleich kognitive, kommunikative,
pragmatische und soziale Fähigkeiten entwickelt.
Der Biologieunterricht vermittelt Einsichten in Grundphänomene und
Erscheinungsformen des Lebendigen sowie in Stellung und Rolle des Menschen
in der Natur. So werden Grundlagen für verantwortliches Handeln im
privaten und öffentlichen Bereich geschaffen. Dabei wird darauf Wert
gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler den Menschen einerseits als
Glied der Natur verstehen und andererseits die Verantwortung des Menschen
bei Eingriffen in die Natur erkennen. Es soll die Bereitschaft entwickelt
werden, Leben zu schützen und Verantwortung zu übernehmen gegenüber dem
eigenen Körper, der eigenen Gesundheit, gegenüber den Mitmenschen und der
Umwelt. Seit dem Umzug in unseren Neubau haben wir durch die Einrichtung
eines Biologieraumes die Möglichkeit, auch praktisch zu arbeiten und
Experimente durchzuführen.
Im Fach Englisch sollen die Schülerinnen und Schüler ihre bereits
erworbenen fremdsprachlichen Kenntnisse durch den Bereich
Wirtschaftsenglisch ausweiten und intensivieren. Die zwei tragenden Säulen
des Englischunterrichts sind der kaufmännische Schriftverkehr in
Verbindung mit Geschäftskommunikation und die Bearbeitung ausgewählter
Texte mit dem Schwerpunkt "Wirtschaft". Eine sinnvolle, realistische
Gestaltung der Geschäftskommunikation wird durch die Zusammenarbeit mit
dem Fach Informationswirtschaft (Bürowirtschaft, Datenverarbeitung,
Textverarbeitung) erreicht. Hier haben die Schülerinnen und Schüler die
Möglichkeit, ihre erworbenen Kenntnisse praxisnah anzuwenden.
Im Fach Französisch wird neben dem Spracherwerb bzw. der Festigung
der bereits erworbenen Kenntnisse besonderer Wert auf die Bewältigung
schriftlicher und mündlicher Kommunikation im kaufmännischen Bereich
gelegt. Wegen der wachsenden internationalen Verflechtungen in Politik und
Wirtschaft ist es für die Schülerinnen und Schüler wichtig, neben Englisch
auch Grundkenntnisse in Französisch zu besitzen.
Der Deutschunterricht möchte Freude an Sprache und Litera-stur
vermitteln und deren Bedeutung für die private und berufliche
Lebensbewältigung verdeutlichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen in
verschiedenen Handlungsfeldern, vor allem auch in den Bereichen Wirtschaft
und Verwaltung lernen, sich angemessen mündlich und schriftlich zu äußern.
Dazu gehören auch Analyse und Produktion verschiedenartiger Texte und
darin integriert die Reflexion über Sprache. Hauptziel ist die Förderung
der kommunikativen Kompetenz, die auch eine ständige Wiederholung und
Einübung der sprachlichen Normen beinhaltet.
Der Religionsunterricht will zum Gelingen des Lebens der
Schülerinnen und Schüler beitragen, indem er Erfahrungen in verschiedenen
Teilbereichen des privaten und beruflichen Lebens aufgreift. Auf der Basis
solcher Erfahrungen von Glück und Sinnerfüllung, aber auch von Scheitern,
Versagen, Tod und Trauer werden gemeinsam mit den Schülerinnen und
Schülern Themen erschlossen, in denen der befreiende Glaube an den
persönlichen Gott, der jeden "letztlich" hält, das in der Gottes- und
Nächsten-liebe gründende christliche Menschenbild, die biblische Botschaft
und Lebenspraxis Jesu sowie die Hoffnungsbilder der Reich-Gottes-Botschaft
zur Sprache kommen.
Im Sinne eines ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule
ist neben einer kognitiven Ausrichtung auch die körperliche und motorische
Dimension der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt pädagogischen
Handelns zu stellen. Aufgabe des Sportunterrichts ist es jedoch,
Erfahrungen körperlicher Bewegung, Spiel und Sport nicht als Selbstzweck
erfahrbar zu machen, sondern stets auch soziale, emotionale und kognitive
Verbindungen aufzuzeigen. Somit obliegt dem Sportunterricht zum einen die
Erweiterung und/oder Gestaltung von Bewegungserfahrungen, zum anderen auch
das Erleben von Wagnis, Verantwortung, Kooperation, Kompensation und
Leistung und die Entwicklung eines Gesundheitsbewusstseins durch die der
Bewegung, dem Spiel und dem Sport zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Durch den Unterricht im Fach Politik/Gesellschaftslehre mit Geschichte
sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, politische
Entscheidungsprozesse nachvollziehen und verantwortliche politische
Entscheidungen treffen zu können. Dabei ist für uns wichtig, neben den
historischen Hintergründen auch die gegenwarts- und zukunftsorientierten
Perspektiven der Problemfelder zu behandeln. Der Unterricht erstreckt sich
auf die folgenden acht Problemfelder: Sicherung und Weiterentwicklung der
Demokratie, Wirtschaft und Arbeit, Chancen und Probleme der
Internationalisierung und Globalisierung, ökologische Herausforderungen
für Politik und Wirtschaft, Chancen und Risiken neuer Technologien,
Identität und Lebensgestaltung im Wandel der modernen Gesellschaft sowie
Sicherung des Friedens und Verfahren der Konfliktlösung.
Die Hauptfrage der Wirtschaftsethik lautet: Wie können ethische
Normen und Werte (z. B. Ehrlichkeit, Fairness, Gerechtigkeit,
Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität, Toleranz, Verantwortung,
Zivilcourage u. a. m.) unter den Bedingungen der sozialen Marktwirtschaft
zur Geltung gebracht werden? Thematische Unterrichtsschwerpunkte sind das
dem wirtschaftlichen Denken und Handeln zugrunde liegende Menschenbild und
die Umsetzung und Weiterentwicklung der Sozialprinzipien "Personalität",
"Hilfe zur Selbsthilfe", "Solidarität" und "Gemeinwohl" in der sozialen
Marktwirtschaft. Die moralische Urteilsfähigkeit des Menschen unterliegt
einem Entwicklungsprozess. Die Schülerin bzw. der Schüler soll seinen
"Entwicklungsstandort" für die Beurteilung ethischer Normen und Werte
kritisch reflektieren. Diskussionsrunden zu zahlreichen Fallbeispielen mit
wirtschaftsethischer Fragestellung sollen diesen Entwicklungsprozess
unterstützen. Vor diesem Hintergrund leistet das Fach Wirtschaftsethik
einen wesentlichen Beitrag als Orientierungs- und Lebenshilfe in einer dem
ständigen Wandel unterworfenen Wirtschaftswelt.
Im Fach Wirtschaftsgeografie sollen die Schülerinnen und Schüler
ihre bisher im Fach "Erdkunde" erworbenen Grundkenntnisse durch spezielle
wirtschaftsgeografische Inhalte ergänzen. Verantwortliches bewusstes
raumwirksames Handeln steht zunehmend unter ethischer und ökologischer
Betrachtungsweise, die ein hohes Maß an wirtschaftsethischem und
naturwissenschaftlichem Verständnis voraussetzt. Vor dem Hintergrund der
Entstehung eines "einheitlichen Europas" leistet das Fach einen Beitrag
zur Entwicklung eines Europabewusstseins im Sinne einer europäischen
Mündigkeit.
Der Literaturkurs versteht sich als Werkstatt in der gymnasialen
Oberstufe. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Projektes in den
Bereichen Schreiben, Theater oder Medien. Dieses Projekt ist
fächerübergreifend-, handlungs-, team-, produkt- und
öffentlichkeitsorientiert ausgerichtet und findet in einem offenen
Unterrichtsprozess statt.
oben
5. Fördermaßnahmen
In
der Berufsfachschule erhalten die Schülerinnen und Schüler seit einigen
Jahren in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch nach Notwendigkeit
und schulorganisatorischen Möglichkeiten jeweils eine zusätzliche
Unterrichtsstunde, um Defizite aufzuarbeiten
In der Höheren Berufsfachschule wird im 2. Halbjahr für die Unterstufen
eine Förderstunde Rechnungswesen angeboten.
In der Jahrgangsstufe 11 der gymnasialen Oberstufe wird eine Stunde
Förderunterricht Mathematik angeboten.
Zu Beginn der Unterstufe werden alle neuen Schülerinnen und Schüler durch
ein Methodentraining in verschiedene Lern- und Arbeitstechniken
eingeführt.
oben
6. Der fächerübergreifende Unterricht
Der fächerübergreifende Unterricht wird besonders in den
Lernaufgaben betont. Dabei werden die Schülerinnen und
Schüler mit berufsbezogenen und praxisnahen Problemsituationen
konfrontiert und müssen Entscheidungen treffen und begründen.
Die Selbstständigkeit und berufliche Handlungsfähigkeit der
Schülerinnen und Schüler wird so gefördert. Lernaufgaben gehen
von authentischen Handlungs- und Entscheidungssituationen aus.
Diese Situationen sind offener als Probleme der einzelnen
Fächer. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihr fachliches
Wissen ein und verknüpfen das in verschiedenen Fächern Gelernte
sinnvoll. Diese Vernetzung ist das Grundprinzip der
Lernaufgaben.
Zur Zeit führen wir in den Unterstufen der Höheren
Berufsfachschule zwei Lernaufgaben, „Doris Dax“ und „Viktor und
Marie“, durch. Bei „Doris Dax“ steht das Problem der
Kostensenkung im Beschaffungsbereich im Vordergrund. Den
Schwerpunkt bei der Lernaufgabe „Viktor und Marie“ bilden die
beruflichen und privaten Perspektiven in der
Leistungsgesellschaft. Momentan planen wir den Einsatz eines
computergestützten Planspiels für die
Oberstufen.
In der Berufsfachschule wird am Anfang der Unterstufe die
Lernaufgabe „Heiko Reck“ durchgeführt, um die Schülerinnen und
Schüler an wirtschaftliche Denkweisen heranzuführen.
oben
7. Schulseelsorge
Im Schulalltag ermutigt und fördert die Schulseelsorge den
persönlichen Einsatz für Benachteiligte (Diakonia). So
versteht sich jeder Klassenlehrer zunächst als Anwalt seiner
Schüler, die ihm während seiner Klassenlehrertätigkeit
anvertraut sind. Beratend steht ihm der Schulseelsorger zur
Seite, um eventuelle weitere Vernetzungen zu Hilfsangeboten
(kirchliche und kommunale Einrichtungen) herzustellen.
Zudem gibt es Projekte und Aktionen, die die (welt-) kirchliche
Initiativen in ihrem Engagement für Gerechtigkeit, Frieden,
Bewahrung der Schöpfung unterstützen. In diesem Zusammenhang sei
zum Beispiel auf das Projekt des Pausenangebotes „Augen-Blick
mal!“ hingewiesen, in dessen Mittelpunkt die inhaltliche
Entfaltung das Misereor-Hungertuchs von 2009 gestanden hat.
Schule ist ein Ort, wo junge Menschen viel Zeit verbringen.
Eingebunden in die Schulgemeinde erfahren sie sich als aktives
Mitglied der Gemeinschaft (Koinonia), die in vielfältiger
Weise diese Gemeinschaft auch lebt. Dies wird erfahrbar zum
Beispiel am Patronatsfest, oder am „Tag der offenen Tür“ oder
durch Angebote, die die Verbundenheit mit der ganzen Kirche zum
Ausdruck bringen (Teilnahme am Ökumenischen Kirchentag, Fahrt
nach Rom usw.). Die dort gemachten Erfahrungen werden im
Interesse einer ökumenischen Offenheit im Unterricht
aufgegriffen und reflektiert.
Auch die Angebote im Bereich der Verkündigung (Kerygma
und Martyria) sind schülerorientiert und richten sich an
ihren Erfahrungen aus. Die „Tage der religiösen Orientierung“
stellen ein derartiges „Sinn-stiftendes Angebot“ dar. Von
externen Moderatoren durchgeführt, helfen sie, eigene
Lebenserfahrungen zu reflektieren und sie im Zusammenhang einer
religiösen Anfrage neu zu deuten. Wenn in den letzten Jahren von
den Schülern die Spendung der Firmung oder auch der Taufe
erbeten wurde, zeigt dies auf, wie sehr sich auch die Schulen
auf die Umbruchsituation in der Kirche mit ihren vielfältigen
Anfragen umstellen muss.
Ähnlich verhält es sich mit weiteren fächerübergreifenden
Projekten, die zum Beispiel anthropologische und ethische Fragen
miteinander vernetzen. In diesem Zusammenhang sei auf das
Projekt „In aller Endlichkeit“ hingewiesen, das einen
unterschiedlichen Zugang zur Endlichkeit und Vergänglichkeit des
Lebens eröffnete.
Als ganzheitliches Angebot im Bereich der Verkündigung verstehen
sich auch die Segensfeiern. Ob der Reisesegen, die Segensfeiern
zu Beginn des Schuljahres oder unmittelbar vor den Prüfungen:
die Schüler erfahren den Zuspruch Gottes, der ermutigt und
Orientierung geben möchte.
Das Leben im Zusammenhang des biblischen Zuspruchs zu feiern
geschieht im Bereich der Liturgie. Um das Leben mit allen
seinen Höhen und Tiefen aufzugreifen, bietet unsere neue
Schulkapelle ein geistliches Zuhause.
Spirituelle Erfahrungen können in vielfältiger Weise eingeübt
werden: In Phantasiereisen und meditativen Angeboten wie zum
Beispiel beim gemeinsam gestalteten „Einstieg in die Woche“ in
der Adventzeit. In den monatlichen Eucharistiefeiern und
Wortgottesdiensten können neue liturgische Formen ausprobiert
werden, die in besonderer Weise die Schüler ansprechen. So hat
die Feier des Lebens und des Glaubens ihren festen Sitz im
Schulleben.
oben
8.
Elemente unserer Schulgemeinschaft
Der Schulalltag ist für uns nicht nur Zeit und Ort des Lernens,
sondern auch der Begegnung. Mit der Förderung von Toleranz,
Kritik- und Konfliktlösungsfähigkeit wollen wir auch im
außerunterrichtlichen Bereich persönliche Kompetenzen
vermitteln. Zur Vertiefung des „Wir-Gefühls“ legen wir auch über
das Schulgeschehen hinaus großen Wert auf gegenseitige
Hilfestellung.
Dies soll erreicht werden durch:
• Gemeinsame Aktivitäten
-
Begrüßungsgottesdienst
-
Hinführung zu einer guten Klassengemeinschaft z. B. durch
Bereitschaft zu außerschulischen Aktivitäten (Klassenfeten,
Kegeln usw.)
-
gemeinsamer Gottesdienst am Patronatsfest (29. September)
-
Volleyballturnier mit Schülerinnen, Schülern und Lehrern am
Nikolaustag
-
Abschlussfeier. Neben der offiziellen Entlassfeier in der
Schule, an der die Unterstufenschüler organisatorisch beteiligt
sind, findet am Abend eine von der SV organisierte
Abschlussfeier in einem größeren festlichen Rahmen statt.
-
Schulfest mit unseren Ehemaligen (am ersten Freitag nach den
Sommerferien)
-
Diskussionsrunden (mit Eltern, Schülerinnen und Schülern) zu
unterschiedlichen Themen (z. B. Jugendarbeitslosigkeit,
Scientology, Alkoholproblematik, Essstörungen
• TRO
Schule ist ein Ort, wo junge Menschen viel Zeit verbringen und
an den sie ihre Freuden und Sorgen mitbringen. In der Schule
geht es also nicht nur um die Vermittlung von Wissen! Darum gilt
es, im Schulalltag immer wieder neu Nischen zu entdecken und sie
gemeinsam zu gestalten, damit Lebens- und Glaubensfragen ihren
Raum bekommen. Eine derartige Herausforderung stellen die „Tage
der religiösen Orientierung“ (TRO) dar, die zu Beginn des
Schuljahres in den Unterstufen durchgeführt werden. Auf diese
Weise lernen sich die neuen Schülerinnen und Schüler besser
kennen. Dadurch wird die Grundlage für eine gute
Klassengemeinschaft gelegt. An drei Tagen wird der Schulalltag
auf der Jugendburg Gemen in Borken unterbrochen, um
Lebens- und Glaubenserfahrungsmöglichkeiten zu schaffen, die
sonst zu kurz kommen. Diese Tage sind geprägt von vielen
Anregungen, Entwürfen und Ideen, wodurch das eigene Leben aus
einer neuen, ungewohnten Perspektive betrachtet und bewertet
werden kann. Während im Schulalltag die zu erreichenden Ziele
vorgegeben sind, leben die TRO von ihrer eigenen Dynamik.
• Zeiten der Besinnung
Ökumenische Wortgottesdienste oder Eucharistiefeiern finden
monatlich in der hauseigenen Kapelle oder in der St.
Elisabeth-Kirche statt. Sie werden von den Religionslehrerinnen
und –lehrern zusammen mit den Schülerinnen und Schülern
vorbereitet.
Grundsätzlich wird die erste Stunde in der Woche vom
Klassenlehrer erteilt. So schaffen wir den Rahmen für den „Einstieg
in die Woche“, der Denkanstöße für den Alltag anhand
besinnlicher Texte, Zitate, aktueller Geschehnisse usw. geben
soll.
oben
9. Berufs- und
Studienorientierung
Die Studien- bzw. Berufswahl eines jeden einzelnen Schülers ist
von verschiedenen Faktoren abhängig (von persönlichen,
soziologischen, ökonomischen, schulischen etc.), die
untereinander wiederum verflochten sind. Die Schule stellt in
diesem vielschichtigen Gebilde einen Teilaspekt dar. Für eine
erfolgreiche Berufs- bzw. Studienorientierung sind Kenntnisse
des Arbeitsmarktes, Anforderungen der Wirtschaft, Informationen
über Berufs- und Studienmöglichkeiten und Vorbereitung auf
Auswahlverfahren wichtige Komponenten. Viel wichtiger jedoch ist
der Bildungsauftrag der Schule, Möglichkeiten zu bieten, sich zu
einer lebensbejahenden Persönlichkeit mit Entscheidungskompetenz
zu entwickeln. Dazu gehört auch, eigene Werthaltungen
einzunehmen. Dieses fördert das Berufskolleg St. Michael in
besonderem Maße, da es als katholische Schule den Schülerinnen
und Schülern die Möglichkeit bietet, sich mit christlichen
Werten auseinanderzusetzen. Insofern wird auch hier ein
Grundstein für die berufliche Orientierung gelegt.
Die Berufs- und Studienorientierung ist am Berufskolleg St.
Michael in verschiedenen Ebenen verankert:
-
Schulorganisation
Die Schule benennt einen Studien- und Berufskoordinator, der die
Maßnahmen zur Berufs- bzw. Studienorientierung organisiert.
-
Unterricht
Bei der Vermittlung fachlicher Kompetenz als Basis für den
Einstieg in Ausbildung bzw. Studium und Beruf wird auf ein
fächerübergreifendes und Fächer verbindendes Lernen sowie auf
anschaulichen und methodisch vielfältigen Unterricht Wert
gelegt.
-
Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit
Orientierungs- und Informationsveranstaltungen sowie
Beratungsgespräche werden regelmäßig in der Schule angeboten.
Gleichzeitig werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen
Unternehmen und Bildungseinrichtungen vom Berufskolleg St.
Michael organisiert:
Berufskundliche Informationsveranstaltungen,
Hochschulschnuppertage, Praktika, Assessment-Center,
Betriebserkundungen. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und
Schüler ständig über aktuelle Ausbildungsangebote in der Region
sowie über Berufsinformationstage, Ausbildungsbörsen etc.
informiert.
oben
10.
Die SV als Ansprechpartner
Die
SV an unserer Schule setzt sich zusammen aus ca. 20 Schülerinnen und
Schülern (Klassensprecher und Vertreter, Schülersprecher und Vertreter)
und einem Verbindungslehrer.
Sie
trifft sich einmal im Monat, berät über aktuelle Themen und verteilt
anstehende Aufgaben. Das Hauptziel der SV-Arbeit an unserer Schule besteht
darin, dass die Mitschülerinnen und Mitschüler sich besser kennen
lernen, da sie zum Großteil aus verschiedenen Orten und von verschiedenen
Schulen kommen und sich zunächst fremd sind. Aufgrund der Entfernungen
haben sie oft Probleme, sich auch privat zu sehen.
Mit ihrer Arbeit will die SV daher ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln und
dauerhaft fördern.
Bei
den außerschulischen Aktivitäten sind die Organisation des
Volleyballturniers und der festlichen Abschlussfeier Schwerpunkte.
Die
SV setzt sich dafür ein, dass sinnvolle Projekte finanziell unterstützt
werden (der Erlös aus Aktivitäten der SV wird gespendet für soziale und
karitative Einrichtungen wie z. B. Hospizbewegung).
oben
11.
Die Mitwirkung der Eltern
Unsere Schule braucht Eltern, die die Schule auf ihrem Weg durch
die Zeit begleiten und stützen. In unserer heutigen
schnelllebigen Zeit drohen christliche Wertvorstellungen
verloren zu gehen. Die Eltern wahren und fördern die in der
Präambel des Schulprogramms verankerte lebendige
Schulgemeinschaft.
In Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Schülerinnen und Schülern
war es möglich, im Frühjahr 2000 einen Förderverein zu gründen.
Sein Motto lautet:
„ Nur gemeinsam erreichen wir viel!“
oben
12. Initiativgruppe
Schulische Initiativgruppen, in der Regel Steuergruppen genannt,
leisten einen erheblichen Beitrag zur Demokratisierung von
Schulen und spielen eine große Rolle bei der Übernahme von
Eigenverantwortung für die Entwicklung der eigenen Schule.
Die Initiativgruppe des Berufskollegs St. Michael, die im Sommer
2008 eingerichtet wurde, versteht sich als innerschulisches
Gremium des Kollegiums. Sie greift Anregungen und Vorschläge der
Lehrerinnen und Lehrer auf und ist insbesondere für die
Initiierung von (neuen) Unterrichts- und
Schulentwicklungsprozessen verantwortlich. Ein Entscheidungs-
oder Machtgremium ist die Initiativgruppe nicht.
Zu den aktuellen Aufgaben des Gremiums, das derzeit aus zwei
ständigen Mitgliedern besteht, gehören:
- die Vorbereitung und Durchführung der Schulinternen
Lehrerfortbildung,
- die Erarbeitung neuer pädagogischer Konzepte,
- die Fortführung und Aktualisierung des Schulprogramms,
- die Sicherstellung der schulinternen Evaluation.
Zur Erarbeitung neuer pädagogischer Konzepte erfolgte im
Schuljahr 2009/2010 eine schulinterne Lehrerfortbildung zum
kooperativen Lernen. Im Schuljahr 2010/2011 wurden bei einer
weiteren Fortbildung diese Strategien erweitert, eingeübt und
fachspezifisch umgesetzt.
Die Aufgaben der Initiativgruppe können sich in Zukunft mit dem
Schulentwicklungsprozess ändern.
oben
12. Evaluation
Bisher
werden sowohl die Lernaufgaben als auch die TRO/TLO-Projekte nach der
Durchführung ständig ausgewertet und weiterentwickelt.
Das
Schulprogramm wird jährlich von den Mitwirkungsorganen (Lehrerkonferenz
und Schulkonferenz) überprüft. Erziehung und Unterricht werden kritisch
analysiert. Die Ergebnisse fließen ein in die Weiterentwicklung des
Schulprogramms.
Im
Rahmen der externen Evaluation begleitet der Schulträger die
Fortschreibung unseres Schulprogramms.
Zur Zeit findet in
unserer Schule die SEiS-Befragung statt. Schülerinnen und
Schüler, Lehrkräfte und Eltern nehmen Stellung zur Qualität der
pädagogischen Arbeit. Die Ergebnisse werden den
Mitwirkungsgremien Anfang 2008 zugeleitet.
oben
14. Selbstevaluation
Um Stärken, Verbesserungsbedarf und Besonderheiten unserer
Schule sichtbar zu machen, wurden im Schuljahr 2007/2008 alle
Personengruppen des Berufskollegs St. Michael – Schülerinnen und
Schüler, Lehrkräfte, Schulleitung, Eltern und ehemalige
Schülerinnen und Schüler – zur Schulqualität befragt.
Diese Erhebung erfolgte mit Hilfe des Steuerungsinstruments SEIS
(Selbstevaluation in Schulen) der Bertelsmann Stiftung. SEIS
nimmt durch eine standardisierte Befragung, unter
Berücksichtigung internationaler Qualitätsstandards, die Schule
als Ganzes in den Blick und ermöglicht auf Grundlage der
Auswertung eine individuelle Maßnahmenplanung und den Beginn
eines Qualitätsentwicklungsprozesses.
Folgende vorläufige Schulentwicklungsschwerpunkte konnten aus
den Ergebnissen der SEIS-Befragung an unserer Schule
herausgefiltert werden:
Verbesserung der Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei
der Berufs- und Ausbildungsplatzsuche,
Ausweitung der Evaluation,
Entwicklung eines Konzepts für außerunterrichtliche und
außer-schulische Aktivitäten.
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