Abschied

Am 16.07.2026 veröffentlicht

Nach 33 Jahren als Lehrer und 30 Jahren als Schulseelsorger verlässt Johannes Gröger das Berufskolleg St. Michael. Ganze Generationen von SchülerInnen wurden durch seine offene, ruhige, zugewandt und lebensfrohe Art geprägt. Sein herzliches Lachen, sein authentisch gelebter Glaube und die vielen von ihm gespendeten Segen hinterlassen bleibende Spuren.

Am Donnerstag blickte die Schulgemeinschaft gemeinsam mit geladenen Gästen in einem feierlichen Gottesdienst auf diese langjährige Tätigkeit und auf das vergangene Schuljahr zurück. Im Anschluss wurden alle mit den besten Wünschen und einem Segen in die Ferien verabschiedet.

Schulleiter Jens Beckmann hob besonders Herrn Grögers fachliche Kompetenzen und seinen Mut, neue pädagogische Wege zu gehen, hervor, denn Schule sei mehr als Wissensvermittlung. Johannes Gröger habe das Schulleben über den langen Zeitraum prägend mitgestaltet und immer wieder neue Impulse gesetzt. Zu seinen Herzensprojekten gehören die gemeinsamen Romfahrten der ganzen Schulgemeinschaft (2003, 2013 und 2018), die Organisation und Leitung der Tage religiöser Orientierung (TRO) sowie sein Engagement als als SV-Lehrer. Auch die Förderung der Ökumene an der Schule, die Vorbereitung und Begleitung von 70 SchülerInnen bei ihrer Firmung und einige Taufen sowie verschiedene Ausstellungen - wie der KI-Kreuzweg oder „Wie mogeln Schülerinnen und Schüler?“ – haben das Schulleben bereichert.

Matthias Harmann, ehemaliger Schüler und heutiger Bürgermeister Ahlens, betonte in seiner Ansprache, wie wichtig die Wertevermittlung in Grögers Unterricht gewesen sei: Man solle moralische Überzeugungen nicht einfach übernehmen, sondern kritisch hinterfragen. Er habe den (Unterrichts-) Stoff mit nach Hause genommen und mit seinem Vater, dem Pfarrer von St. Georg, darüber diskutiert. Gegenseitiger Respekt sei in der heutigen Gesellschaft von enormer Bedeutung. „Vielfalt ist eine Bereicherung“, dabei spiele die Wertevermittlung eine große Rolle. „Entscheidend ist, dass die Menschen ihre Wurzeln kennen“ und ihre Erfahrungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in die Gemeinschaft einbringen. Er hob zudem hervor, dass Johannes Gröger stets kulturelle Offenheit gelebt habe.

Ein herzlicher Dank für das gelebte ökumenische Miteinander an der Schule kam von Petra Gosda, der evangelischen Religionskollegin, Pfarrerin und Schulseesorgerin, sowie ihrer Vorgängerin Anne Libéral. „Wir sind über konfessionelle Mauern gesprungen“, sagte Frau Libéral. Frau Gosda übergab sowohl geistige als auch praktische Nahrung: ein Buch zur Anregung für die Seele und ein Glas Nutella für das leibliche Wohl, was bei ihm bei keinem Frühstück fehlen darf.

Markus Mischendahl als Vertreter des Schulseelsorge-Teams lobte Grögers Pionierarbeit, dankte für sein Know-how und lobte sein „hörendes Herz“ und seinen Kampfgeist. Mit passenden Zitaten aus der Fußballwelt betonte er, dass „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ sei und sich die Schulseelsorge auch in Zukunft stetig weiterentwickeln müsse.

Stefan Bagert, Schulseelsorger des Gymnasiums St. Michael, würdigte das herzliche Miteinander, den gegenseitigen Respekt und die enge Kollegialität. Daraus seien viele gemeinsame Projekte entstanden: die Kapellenneugestaltung, die Firmung, die Fahrt zum Katholikentag und der erfolgreiche Kampf für einen Beamer in der Kapelle.

Auch die Schüler Milan Kersting und Matthis Rumi betonten sein unverwechselbares Lächeln, sein offenes Ohr und sein großes Engagement.

„Die Frage nach dem Menschen hat mich auch immer gepackt“, resümierte Johannes Gröger selbst. Besonders prägend sei die Coronazeit gewesen: „Es stellte sich die Frage: Was ist eigentlich wichtig? Für mich persönlich, für die Schule? Wofür stehen wir?“ Aus diesen Gedanken heraus sei sein Buch „Hören – ermutigen - Leben gestalten“ entstanden, das gleichzeitig das Motto seiner Tätigkeit im Schulalltag als Lehrer und Schulseelsorger widerspiegelt. „Lehrer ist eigentlich der schönste Beruf“.

Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir von Herzen alles Gute, viele schöne Momente Gottes Segen und endlich Zeit für das, was im Arbeitsalltag häufig zu kurz kam. Johannes Gröger wird sich nun auch neuen Aufgaben - wie dem Ausbau seiner Diakontätigkeit - widmen. Die Verbindung zur Schulgemeinschaft bleibt jedoch unzertrennlich: Bereits jetzt hat er viele ehemalige SchülerInnen getraut, deren Kinder getauft und den Familien seinen Segen gespendet.