Digitale Entgiftung

Am 18.02.2026 veröffentlicht

Im Zeitalter der Digitalisierung hinterlässt der Konsum der Sozialen Medien tiefe Spuren bei den Jugendlichen. Nach Auskunft von Schülern seien Bildschirmzeiten von acht bis zehn Stunden pro Tag keine Seltenheit, betont der Schulseelsorger am Berufskolleg St. Michael/Ahlen, Johannes Gröger. Vor diesem Hintergrund erinnerte er in seiner Predigt im Aschermittwochschulgottesdienst in der St. Marien-Kirche in Ahlen daran, die Fastenzeit als eine bewusste Zeit der Unterbrechung im Jahr aufzugreifen, als Zeit der bewussten Entschleunigung, um beliebte Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen.

In diesem Zusammenhang verwies er auf eine Umfrage im Internet zu den beliebtesten und trendigsten Fastenvorsätzen im Jahr 2026. Demnach planen rund 27 % der Menschen eine digitale Auszeit (Digital Detox = digitale Entgiftung), oft für einen Zeitraum von 2-3 Tagen bis zu mehreren Wochen. Dies könne auch auf den bewussten Verzicht der sozialen Netzwerke wie Instagram, Tik Tok oder Facebook bezogen werden, erklärte Gröger. Auch im Bereich der Gesundheit und Ernährung seien Vorsätze denkbar. Dazu gehöre der Zuckerverzicht, das Alkoholfasten oder die bewusste Ernährung.

Im Verzicht verberge sich oft ein Gewinn an neuer Lebensqualität, führte Gröger aus und ermutigte die Schüler, sich auf dieses Wagnis einzulassen. In der bewussten Lebensgestaltung spiegele sich zugleich auch die Wahrnehmung wider, wonach das Leben ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit sei.

Da in diesem Jahr der Beginn des Fastenmonats Ramadan mit dem Aschermittwoch einhergeht, gedachten die Schüler durch ein eigenes Gebet der gemeinsamen Verantwortung, die der Islam und das Christentum für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft haben. Diese gelte es in der Gesellschaft und auch im Schulalltag immer wieder wahrzunehmen.